Bücherliebe: Be Nobody von Lama Marut

Be Nobody von Lama Marut fiel mir an einem Büchersamstag auf die Füße. Also, wirklich. Ich versuchte gerade, mich in der Lebensratgeber/Gesundheits/Yoga/Esoterik/Sex-Tipps-Abteilung in einen dieser schmalen Kundenecken-Rattanstühle (die, die man auch in Arztpraxen gerne findet) zu schieben, ohne dabei den ganzen Stapel auf meinem Arm außer Balance zu bringen. Da blieb ich an der bibliophilen Hinterlassenschaft eines Vorbesuchers hängen und schob dabei mit dem Hinterteil ein Buch vom Tisch, welches mir prompt auf den Fuß fiel. Kennt ihr den Schmerz, wenn der kleine Zehen am Tischbein hängen bleibt? So ungefähr.

Und beim angepissten Blick nach unten, blickte mir ein Smiley entgegen.

be noboddy

Da war ich gleich noch ein bisschen mehr angefressen.

Die Neugier siegte natürlich. Und Be Nobody durfte mit nach Hause.

Be Nobody wurde von Lama Marut (Brian K. Smith) geschrieben, der heute spiritueller Lehrer und früher buddhistischer Mönch, sowie Theologieprofessor, war. Marut versteht es, östliche Philosophien die das Ego betreffen in einer Art zu vermitteln, die auch moderne Westler leicht verstehen können. Vor allem sein ironischer Schreibstil regt oft zum Schmunzeln an, doch weiß man im Hintergrund immer, dass seine Lehren bodenständig und direkt sind. Er fokussiert sich in Be Nobody auf Wege um die dauernde Suche nach Selbstvermarktung hinter sich zu lassen und gibt Rat, wie man das Ego fallen lassen und Frieden suchen kann. Das Buch analysiert verschiedene Wege, in denen wir selbst uns als sehr individuell und speziell sehen und auch sonst dauernd auf der Suche nach neuen Dingen, mit denen wir unser leeres Herz füllen können. Er zeigt auch verschiedene Strategien, wie man die eigene ego-gestützte Durchgeknalltheit bekämpfen kann. Was ich persönlich besonders hilfreich fand, war seine Erklärung, dass wir nicht in einem karmischen Kreislauf durch das Karma gefangen sind, sondern dass es darauf ankommt, wie wir über Karma denken.

Bei diesem Buch gab es Vieles, was ich sehr toll fand. Vor allem Lama Maruts ironischer, no-bullshit Schreibstil, der direkt ins Herz geht und dauerhaftes beifälliges Nicken auslöst. Eigentlich sagt das Buch an sich nichts Neues, und doch weist es viele andere Perspektiven auf und zeigt, dass wir vor allem uns selbst ändern müssen, damit wir die Welt verändern können.

Mich hat er überzeugt. 🙂

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1 Kommentar auf "Bücherliebe: Be Nobody von Lama Marut"

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Mascha
Gast

Super, danke für den Tipp. Werde mal reinschauen.

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