Das Experiment

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… Teil 1, wird es wohl werden. 🙂

Aura Soma hin, Aura Soma her, ich bin immer noch derbe angefixt, immer noch zu geizig und immer noch zu experimentierfreudig.

Die Zutaten für mein DIY Aura Soma sind letzte Woche schon angekommen, nur irgendwie hatte ich nicht die Zeit, sie schon zu verarbeiten. An ein, zwei Tagen hat wohl auch einfach die Lust gefehlt. *schnarch*

Heute war es dann aber so weit: alte Jeans an (zum Einsauen, passiert IMMER), Ärmel hoch und los!

Die letzte Woche habe ich mich durch mehrere Seiten gelesen, die ätherische Öle als Heilmittel in Zusammenhang mit Blockaden der diversen Chakren gebracht haben. Noch einmal: ich halte Chakren im Sinne von sich drehenden Energierädern für zweifelhaft, sehe aber ein, dass dort, wo Chakren nun mal so sitzen, auch große Nervenzentren sind. Das berühmteste Beispiel hierfür ist wohl der Solarplexus zwischen unterem Rippenbogen und Magen. In der Esoterik wird er als Nabel-Chakra bezeichnet und gelb dargestellt. Zu den einzelnen Verbindungen aber ein Andermal, wenn meine Experimente besser geglückt sind als heute.

Denn: wie sich schnell herausstellte, war ich in meinem unüberlegten Übermut ein bisschen zu schnell beim Bestellen. So hatte ich vor, die Mischungen mit Farbpigmenten einzufärben und als Grundträgerstoff für die ätherischen Öle kosmetisches Basiswasser (eine Mischung aus Alkohol, Panthenol und ein bisschen Parfum, damit die Fahne nicht ganz so krass ist) zu verwenden.

Farbpigmente sind günstig und vielseitig einsetzbar und kosmetisches Basiswasser ist von Grund auf ein guter Konservierer, wegen dem hohen Anteil an Alkohol. Dazu noch das beigemischte Panthenol – gut für die Haut. Sollte also passen. Dazu bestellte ich auf eBay günstige 25 ml Plastikfläschchen, die oben mit einem Stopfen verschlossen werden – optimal also, um nur wenige Tropfen auf einmal aus der Flasche zu drücken und vor allem (!!) um schmutzige Finger aus der Ölmischung zu halten.

Ich bin leidenschaftliche Rührerin, mache Dinge wie Shampoo und Cremes grundsätzlich selber (hauptsächlich aus Allergie-Gründen). Daher bin ich recht besessen von absoluter Hygiene bei allem, was mir auf die Haut kommt. Bechergläser, Glasrührstäbe etc. – alles was nicht direkt verbrennt, wird mit Alkohol ausgespült und abgeflammt, der Rest, inklusive der Hände, mit ordentlich Alkohol desinfiziert, damit auch ja keine Keime irgendwo hin kommen, wo sie nichts zu suchen haben.

Das Basiswasser stellte sich als der erste Reinfall heraus. Der Alkohol riecht viel zu penetrant und die ätherischen Öle zerfielen und wurden milchig. Meh, hätte man mal früher dran denken können. Andererseits spricht die milchige Konsistenz auch für die Reinheit der diversen Öle. Man nennt das den Louche Effekt, den man sonst eher aus der milchigen Eintrübung von Ouzo und den anderen Anis-Getränken kennt. Nelke scheint Anis in der Ölzusammensetzung nicht unähnlich, deshalb wird das Öl milchig, wenn es mit anderen Stoffen in Berührung kommt. Je milchiger die Mischung, umso hochwertiger das ätherische Öl. Wie sich das bei Jasmin (ebenfalls trüb) verhält, das muss ich mal noch austesten – vielleicht doch die Pigmente?

Aber das ist natürlich kein Grund zum Aufgeben, man hat ja alles zu Hause. Nach kurzem Stöbern im Rührregal in der Küchenzeile, fiel die Entscheidung auf Mandelöl als Grundträgerstoff. Mandelöl ist sehr weich und lässt sich gut verteilen. Außerdem ist es recht geruchsneutral, zieht schnell, aber nicht zu schnell, ein und kann damit auch als Massageöl verwendet werden. Es ist hochwertiger als Jojobaöl und auch ein bisschen teurer, fühlt sich aber einfach auch schöner an. Zudem ist es sehr hautverträglich und niedrig allergen. Und, jaaa, ich hab verdammt viel davon in der Bude.

Puh, erste Krise abgewendet, ohne Bechergläser durch die Gegend zu werfen. (Und irgendwas ist IMMER).

Die Mischung wurde also neu angesetzt:

10 ml Mandelöl

10 Tropfen* äth. Öl, je nach zu behandelndem Chakra

*man kann natürlich auch mehr ätherisches Öl nehmen, muss dabei allerdings aufpassen, ob man sich das wirklich auf die Haut geben will. Ätherische Öle können sehr hautreizend wirken und zu viel gibt hässlichen Ausschlag.
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Die Grundzutaten

Und dann kam der nächste Knaller: die Farbpigmente.

Irgendwo in meinem Hinterkopf brüllten schon länger ein paar Hirnzellen, dass Farbpigmente eigentlich eher suboptimal sind und ich lieber Lebensmittelfarbe organisieren sollte. Nachdem mein Hirn diese Woche ziemlich dem Schneematsch auf der Straße ähnelt, habe ich es die ganzen Tage über vergessen.

Tadaaa, Misere Nummer zwei: die Pigmente lösen sich nicht richtig auf, sie sind viiiiieeeeel zu knallig und unnatürlich und sie lassen sich nicht richtig mischen und… färben die nicht auch die Haut ein? Aus dem schönen orange in meinem Kopf wurde ein milchig rostiges rosa. Na tolle Wurst.

Das rot für das Wurzelchakra wurde nicht schlecht, der Test ergab keine roten Flecken auf meinen Handgelenken. Meine Nerven waren wieder besänftigt. Über das orange für das Sakralchakra sah ich großzügig hinweg, aber… gelb? Wie aus rot gelb machen?

Ich versuchte es mit gaaanz wenig rot und ein bisschen grün dazu. Der Perfektionist in mir krümmte sich vor Schmerzen. Angesichts der Tatsache, dass ich ohnehin für jede Mischung nur einige kleine Bröselchen brauchte (wo ich mit meinem 1 ml Laborlöffel dran stand) und messen damit sowieso unmöglich war, wurde es einfach nur eine Katastrophe. Gelb und orange… das müsste doch auch natürlich zu bekommen sein, ohne Pigmente und Trallala….

Also wieder ans Rührregal. In meiner Hektik übersah ich das Sanddornkernöl, welches per se eine wunderschöne satt orangene Farbe hat (aber auch unverschämt verschissen fucking teuer ist) und mischte Mandelöl (hellgelb) mit Johanniskrautöl (bräunlich) und kam ganz gut an das orange, was ich mir vorgestellt hatte. Naja. Als gelbe Färbung musste dann Jojobaöl herhalten, welches eine sonnig gelbe Farbe hat. PERFEKT! Das grün für das Herzchakra und das blau für das Halschakra wurden dann auch recht giftig, aber auch da drückte ich mal beide Augen zu (und schrieb mir eine Notiz ins Handy, endlich Lebensmittelfarbe zu kaufen). Sehr zu meiner mega Enttäuschung wurde das dunkle lila für das Stirnchakra in einer Mischung aus viel blau und wenig rot dann eher zum Blut Satans, oder so was.

Hier das bisherige Ergebnis:

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Seht ihr dieses wunderbar klare, sonnige gelb von Jojoba und Lavendel? Hach, my dear, mein Solarplexus feiert nur beim ansehen!

Von links nach rechts:

Wurzelchakra – rot – Nelkenöl, für Erdung und Öffnung, um Altes loszulassen

Sakralchakra – orange – YlangYlang, aphrodisierend, holt verborgene Gefühle nach oben

Nabelchakra – gelb – Lavendel, für Beruhigung und krampflösend

Herzchakra – grün – Jasmin, für mehr Energie und Unbeschwertheit

Halschakra – blau – zu gleichen Teilen Eukalyptus, Kampfer und Pfefferminze, zum durchatmen und tief Luft holen

Stirnchakra – dunkles lila – Mischung aus gleichen Teilen Jasmin und Pfefferminze, für einen klaren, kühlen Kopf mit viel Phantasie

Ich war kritisch. Vor allem die Mischung aus Eukalyptus, Kampfer und Pfefferminze machte mir ein bisschen Bauchweh. Kampfer riecht HEFTIG und scheint gerne Nasenschleimhäute zu verätzen, glücklicherweise sorgt die süße Minze da für ein wenig Ausgleich. Auch die Mischung aus Jasmin (eigentlich gar nicht meins) und Pfefferminz schien mir abenteuerlich, erwies sich aber als ganz wunderbar.

Wie geht es weiter? Dass DAS nicht dem entspricht, was die interne Lü’sche Qualitätssicherung vorschreibt, ist eh klar.

Morgen ziehe ich los und organisiere Lebensmittelfarbe. Und dann habe ich hoffentlich bock, das noch einmal auszuprobieren. 🙂

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4 Kommentare auf "Das Experiment"

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Anny Page
Gast

Oh mein Gott hahaha du solltest Youtuber werden! Ich krieg mich nimma hahaha das hätte ich ja soo gerne miterlebt :)))) Das is klar ne….hahahhahaa ich finds so geil das du es selbst ausprobieren willst und irgendwie macht dieses rumexperimentieren auch richtig Laune….so geil….wir fixen uns anscheinend immer gegenseitig an…aber ich bin nicht so die Giftmischerin hihihihi…….aber von deinen Shampoos würde ich auch gern mehr erfahren…nur mal so nebenbei wenn das Lüchen zeit hat 😉

Glück der kleinen Dinge
Gast

Jetzt weiß ich, wofür du Urlaub brauchtest! 😉 Möge die gewünschte Wirkung eintreten, damit sich dein grandioser Einsatz auch gelohnt hat.

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