Ein Kurs in Wundern: Woche 1

Die Fähigkeiten die du jetzt besitzt, sind

Ein Jahr lang jeden Tag Ein Kurs in Wundern. Als Herausforderung an meine Selbstdisziplin  und friendly reminder, was ich in der Zwischenzeit, seit ich den Kurs das letzte Mal gelesen habe, schon wieder falsch mache. Und das ist ein Haufen, wie es scheint.

Der Geist kann den jetzigen Moment nicht sehen, heißt es da so ähnlich. Und: du bist immer nur mit Gedanken aus deiner Vergangenheit beschäftigt. Das Ziel ist aber ja, im Jetzt zu sein und genau die Be- und Verurteilung aus der Vergangenheit links liegen zu lassen. um die Wahrheit zu sehen.

Ich ertappe mich dabei, wie ich mit der Vorstellung kämpfe. Im normalen Alltag ist das für mich unvorstellbar. So sehr ich mich auch Bemühe, das rationale Denken macht sich immer breit und flüstert mir zu, dass der Anfang dieses Satzes schon wieder in der Vergangenheit liegt und ich jetzt eigentlich inne halten müsste, um auf das Wort zu starren, welches ich als letztes geschrieben habe, weil, indem ich diesen Satz bilde, denke ich ja schon in die Zukunft. What?

Allerdings bin ich vermutlich nur einfach noch nicht bei dem Teil angekommen, der sagt, dass Gedanken an Vergangenheit nun mal ein Mittel zur Bewältigung der Realität sind und dazu gehören.

So genau weiß ich das nicht mehr.

Gleich das nächste: die Wahrnehmung besteht nur aus nach außen projizierten Gedanken. Die Vergangenheit ist demnach immer subjektiv verzerrt.

Das ist korrekt. Niemand kann sich Wort für Wort an Gespräche aus der Vergangenheit erinnern. Es ist kapazitiv einfach nicht möglich. Der Verstand lässt die Dinge weg, die wir nicht so awesome fanden, dichtet dafür solche dazu, die wir wohl super gefunden hätten und damit einfach einbauen.

Dass das gar nicht der Wahrheit entspricht, das ist für unser Gehirn irrelevant.

Aber genau um die Wahrheit geht es doch. Ich will die Wahrheit sehen, ich will die Wahrheit kennen. Nicht mein Gehirn darf vorgeben, an was wir uns erinnern, sondern ich. Aber warte mal… Ist ein Gehirn wirklich nur Mittel zum Zweck oder doch der Chef vom Dreck? Ohne Hirn gibt es kein Bewusstsein und damit auch keine Wahrnehmung. Also gibt ja doch das Hirn vor, was wir noch wissen.

Auch nett: das Gehirn ist das einzige Organ, dass sich selbst benannt hat. Das bringt mich dazu in Verzweiflung laut Luft durch die Nase rauszupusten und das ein lachendes Schnauben zu nennen.

Ein philosophisches Dilemma. Was für eine Scheiße.

 

Schön waren Lektion 1

Nichts, was ich in diesem Raum sehe
[auf dieser Straße, von diesem Fenster aus, an diesem Ort],
bedeutet etwas.

und auch die 2.

Ich habe allem, was ich in diesem Raum sehe
[auf dieser Straße, von diesem Fenster aus, an diesem Ort],
die gesamte Bedeutung gegeben, die es für mich hat.

Zu Hause sitzen und sich fühlen, als wäre man in einem Museum, das zufällig genau so eingerichtet ist, wie dein Zuhause! Ein Gefühl von Fremdheit, weil einfach nichts etwas bedeutet.

„My home ist my castle“ – sind es wirklich die vier eigenen Wände, oder nicht doch viel mehr die Erinnerungen und Vorstellungen in denen wir uns vergraben?

Noch so ein Ding: deine Wahrnehmung besteht aus deinen nach außen projizierten Gedanken. Macht irgendwie Sinn. Unterschiedlich gebrochenes Locht trifft auf die Augen, gelangt über den Sehnerv ins Gehirn und wird dort der internen Bewertung unterzogen. Je nachdem, ob mein Gehirn etwas kacke findet, oder eben nicht, werde ich die Situation wahrnehmen. „Du kannst in allem auch den Frieden sehen.“ Ist okay. Und wenn die Wahrnehmung nach außen projizierte Gedanken ist, dann ist die Gefahr ja auch gar nicht draußen, sondern in meinem Kopf. Ein bisschen so, wie man sich vor dem Axtmörder unter der Decke versteckt.

Der Axtmörder in meinem Kopf. Dass der Axtmörder böse ist, ist ja auch nur eine Beurteilung. Und eine Verurteilung auch. Man könnte auch hingehen und ihm eine Tasse Kakao mit Marshmallows anbieten und dann Garfield gucken – wer kann da noch böse sein? Oder den Stand-By Knopf vom Hirn betätigen und einfach aufhören zu be- und verurteilen. Dann ist auch der Axtmörder nur jemand der mit einer Axt rumsteht. Äxte werden eh überbewertet.

Heute ist dran: mein Geist ist mit vergangenen Gedanken beschäftigt.

Und morgen: Ich sehe nichts, wie es jetzt ist.

Ein Kurs in Wundern ist das Ding, wo machen angesagt ist, nicht denken. Jeden Tag eine Lektion. Vielleicht noch ein bisschen was aus dem Textbuch.

Einfach weiterlesen. Wird schon.

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15 Kommentare auf "Ein Kurs in Wundern: Woche 1"

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Sortiert nach:   neuste | älteste | beste Bewertung
Bettina Marie Schneider
Gast

Ja,ja…der Kurs hat schon viele an die Grenzen gebracht…aber lohnt sich 🙂

Glück der kleinen Dinge
Gast

Schaust du so oft in die Vergangenheit? Mir scheint, meine Gedanken schweifen eher Richtung Zukunft… auf der Suche nach dunklen Wolken am Horizont… 😉

moteens
Gast

Ich denke auch oft über die Vergangenheit nach. Schon wenn man sich alltäglich austauscht erzähle ich abends, was ich den ganzen Tag gemacht habe.

Benjamin Hittel
Gast

Situativ getriggertes relationales Bewusstsein ermöglicht unendliche Kapazität bei absoluter übertragungssicherheit selbst in 3 D

Anny Page
Gast

My body is my home an my castle……😄😍😏

Yoga|Lieben|Reisen
Gast

Richtig schön geschrieben. Eine spannende Sache, ich bin sehr auf deine weiteren Einträge gespannt! 🙂

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