Wie Sanftheit dich zum Durchbruch führt

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Meistens steckt hinter Leid Selbstkritik für das Leiden an sich. Wir machen uns dafür fertig, nicht mit etwas abgeschlossen zu haben und immer noch fest zu hängen.

  • Ich sollte darüber schon hinweg sein.
  • Das hätte ich vermeiden können.
  • Ich sollte schon längst wieder zurück im Spiel sein.
  • Ich sollte mehr… mehr von allem sein, aber nicht das.

Und das ist der Moment, wo du richtig hängen bleibst. Selbstverurteilung wickelt sich um deinen Schmerz und sagt „Beweg dich nicht.“. Das ist der halbe Grund, warum wir nicht aus dem Labyrinth herausfinden.

Ich habe mich selbst dazu motiviert, immer vorwärts zu gehen – das Leben wartet auf dich. Ich habe mich zur Erinnerung meditiert – Freude wartet auf dich. Ich habe die Arschbacken zusammen gekniffen und weiter gemacht – alle warten nur auf dich. Das sind nützliche Dinge, Selbstdisziplin ist (manchmal) wunderschön und großartig und kreativ. Aber es geht noch besser.

Das mächtigste Werkzeug gegen den Schmerz ist… Sanftheit.

  • Du willst nicht vergeben? Naja, das ist verständlich.
  • Du brauchst mehr Zeit? Ich verstehe, warum du das meinst.
  • Du willst eine Pause? Natürlich, du verdienst eine Pause. Eine riesen große Pause.

Es gibt einen Punkt, da muss man einfach ein bisschen weich werden. Und das fühlt sich absolut anti-intuitiv an, wenn du meinst, gerade in Sorgen und Schmerz zu ertrinken.

Wenn du gerade dabei bist, dich mit Selbstvorwürfen zu zerbomben, dann ist Sanftheit ein echter Durchbruch.

Ich habe hart daran gearbeitet im Fahrersitz meiner Gegenwart zu bleiben… immer auf der Hut, nicht in eine Opferrolle zu fallen (but, oh well, it happens…). Aber eines der besten Dinge, die ich mir je gesagt habe, war: „Das hier ist echt kacke. Armes Hascherl, du.“ Es könnte sein, dass ich daraufhin in einen Heulkrampf verfallen bin, kurz. Und das war okay. Das ist, wie wir mit unseren Freunden sprechen würden, mit unseren Liebsten, du weißt schon, warmherzig, damit wir sie wieder aufbauen können. Weil du ihr Leid erkennst und du sie liebst.

Sanft zu dir selbst zu sein, während du für Stärke betest ist Wunder wirken. Denn nach dieser radikalen, ehrlichen, absoluten Sanftheit zu dir selbst passiert etwas ganz wunderbares: Bereitschaft. Du wirst nicht „zu verweichlicht“, du heulst nicht nur vor dich hin, du fängst tatsächlich an zu fühlen, wie deine Kraft und deine Motivation zurück kehren. Deine eigene Liebe hat sie wieder hervorgebracht.

Weil Bienen fängt man auch mit Honig, nicht mit Essig, oder?

 

 

 

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2 Kommentare auf "Wie Sanftheit dich zum Durchbruch führt"

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Desi
Gast

Wundervoll geschrieben meine Liebe. Ich hatte heute einen richtig miesen Tag. Die Krankheit die mich dazu zwingt nicht das zu tun was ich gerne möchte und die mich regelmäßig an meine Grenzen bringt. Mehr zu erreichen als gesunde Menschen je schaffen werden, ein Haushalt und immer für alle da sein. Heute war einer der Tage die mich zur Verzweiflung gebracht haben, weil ich nicht geschafft hab perfekt zu sein. Du hast mir gerade wieder ein bisschen Kraft gegeben morgen weiterzumachen und durchzuhalten :-*

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