Im Alltag zurück

Lüchen back on track!-everybody parties-

Urlaub ist zur Erholung da und man geht frisch ausgeruht und voller Motivation wieder ans Werk.

Hier bitte lautes, gackerndes, hysterisches Lachen einfügen.

Ich bin ein bisschen fertig, ja. Die Motivation zur allgemeinen Arbeit als Werkstattprinzessin schleift ein bisschen. *hust*

Nicht, weil jeden Tag der Chef/Bruder per WhatsApp nach Unterstützung gefragt hat oder das die Klimaanlagen in Zügen tatsächlich nicht gehen, bei 38 Grad Außentemperatur, neeee, die schlechten Nachrichten stehen allgemein gerade Schlange und manchmal habe ich wirklich das Gefühl, dass es eine höhere Macht gibt, die gerade mit Gewalt versucht, mir den Boden unter den Füßen weg zu reißen.

Ich schätze, es gibt solche Phasen, während derer alles einfach, pardon, BESCHISSEN läuft. Allein weil man nicht die beste Stimmung hat und deswegen der Fokus auf den schlechten Dingen liegt und die dann übermächtig und zahlreich erscheinen. Aber gefühlsmäßig neigt sich die Waage im Moment definitiv nach „nicht so dolle“ und irgendwie schienen die drei Tage Urlaub plus Wochenende nur dafür da, dass alles auf einmal aufschlägt. Von wegen Ruhe und Inspiration in den Bergen und so. Naja, kommt eben doch immer anders als man denkt, hatte ich auch irgendwie schon erwartet.

Das ganze Zeug, welches das Schicksal gerade so aufs Gepäckband schiebt, betrifft alles nicht mich selbst, sondern mein direktes Umfeld, was es fast noch schlimmer macht. Damit fühle ich mich zeitweise sehr hilflos und auch ein bisschen wie ein kleines Häschen, dass in Starre vor der Schlange sitzt und große Augen macht.

Noch vor zwei Jahren hätte ich die Scheuklappen aufgesetzt, wäre unter meine Bettdecke gekrochen und hätte darum gefleht, dass alles möglichst schnell vorbei ist und andere sich darum kümmern. Die machen das schon.

Heute weiß ich, dass das gar nichts bringt und selbst wenn ich nicht direkt etwas ändern kann, dann reicht es immer noch, wenn ich einfach nur da bin und die Arme offen halte. Probleme sind dazu da, sie zu umarmen, sie ganz fest zu sich zu ziehen und ihnen dann fest in die Augen zu sehen und ein bisschen hämisch zu sagen „come on baby, light my fire!“. Ja, ich weiß, so war das ursprünglich von „The Doors“ nicht gedacht, aber man wird sich das ja mal ausleihen dürfen.

Denn Probleme sind vergänglich und genauso, wie alles was hoch steigt auch wieder runter kommen muss, so kommen nach schlechten Zeiten auch wieder gute Zeiten.

Geduld. Vertrauen.

Aber natürlich gab es nicht nur negative Dinge, sondern auch sehr schöne Momente, darunter auch solche, die mich sofort wieder aufgemöbelt haben.

  • Ich durfte einen Gastbeitrag auf Tell the Truth veröffentlichen (*yay!*)
  • Die Muse hat vorbei geschaut und ich habe spontan eine kleine Kurzgeschichte geschrieben
  • Drei (!!!) Bücher sind fertig gelesen: Tochter des Drachenbaums von S. Aernecke, On Dublin Street von Samantha Young (oh, Porno-Schnulz galore!) und Null von Adam Fawer (Oldie but Goodie und all time fave!)
  • Drei mal hintereinander gemütliches gemeinsames Frühstück mit meinem Männchen (das haben wir sonst nur am Wochenende)
  • Endlich einmal wieder einen Tanz-Workshop besucht. Anstrengend, aber sooo gut!
  • Zwei mal außerplanmäßiges Bogenschießen, ein Hoch auf die Spontanität! Und danach noch ein gepflegter Hock mit der Schützencrew; das ist Liebe!
  • Heftiges Gegrille mit la Famiglia und ein toller Kindergeburtstag!

So viele schöne Dinge also, für die ich unheimlich dankbar bin und die ich in vollen Zügen genossen habe.

Nun bin ich also wieder zurück, nach drei Tagen Ausnahmezustand.

Während ich auf meine Buchhaltung so gar keine Lust habe, freue ich mich umso mehr, wieder unter meinen Werkstattherren zu sein. Fast ein bisschen wie Familie und heim kommen. Und ich glaube, sie sind auch froh, dass Mutti wieder da ist. Jedenfalls haben sie heute morgen schon artig den Pausenraum für meinen Termin aufgeräumt, ohne dass ich schimpfen musste. Glaubt mir, das ist ein Liebesbeweis.

Heute gleich noch einen Termin für die Planung eines Arbeitgeber-Gesundheitstages mit Selbstcheck auf Tiefenatmung zwecks Stressbewältigung! Ich glaube, der gute Mann von der Kasse dachte, dass sein Gerät ein bisschen kaputt ist. So leicht lasse ich mich von Serverbrummen, Schlagschrauberhämmern und Telefongeklingel nicht mehr aus der Ruhe bringen. Tiefenentspannung, baby!

Wollte der mir doch echt erzählen, dass man in einem stressigen Moment mal eine Pause zum tief ein- und ausatmen machen soll.

Ich hab nicht gelacht! Indianerschwör! Erst hinterher ein bisschen.

Und jetzt habe ich glucksendes Lachen im Bauch und möchte wild durchs Büro tanzen und kann es gar nicht erwarten für neue Beiträge hier in die Tasten zu hauen!

Seufz, so soll das.

Fühlt euch gedrückt, ihr Lieben. Das Glucksen habe ich auch dank euch!

xoxo

Luisa

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2 Kommentare auf "Im Alltag zurück"

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Glück der kleinen Dinge
Gast

Schade, dass deine Auszeit eher durchwachsen war, aber glücklicherweise bist du eine starke Frau und verlierst – allen widrigen Umständen zum Trotz – die positiven Dinge nicht aus dem Blick. Ich wünsche dir einen guten Start zurück in den Alltag und dass sich alle gegenwärtigen Sorgen in Luft auflösen.

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[…] Plan sieht vor, heute ganz bewusst aus dem Hamsterrad auszusteigen, das vor einer Woche angefangen hat sich zu drehen und in dem ich immer schneller gelaufen bin. Da auf die Nase […]

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