Keine Bücherliebe, dafür ein Film

Letztes Wochenende war ich im Kino. Das erste Mal seit ich weiß nicht mehr so genau. Aber sprechen wir nicht darüber, wie sehr mir die Spätvorstellung am nächsten Tag noch nachgehangen hat (halb zwei ins Bett, ehrlich??).

Was Filme angeht bin ich kritisch und nicht leicht zu überzeugen. Das typische sinnentleerte amerikanische Action-Geballer geht mir mächtig auf den Keks und Animationsfilme sind oft auch nicht meins. Aber Alles steht Kopf hat mir richtig den Kopf verdreht.

Wir treffen die zwölfjährige Riley, die von jetzt auf gleich von ihrem Heimatort in Minnesota nach San Francisco umzieht, da ihr Vater dort ein Unternehmen aufbauen soll. Das ist aber nur die hübsche Verpackung der Geschichte, denn eigentlich geht es um die Emotionen, die in Riley vorgehen. Da sind Fröhlichkeit, Kummer, Angst, Ekel und Wut, die gemeinsam in der Kommandozentrale sitzen und Rileys Gefühlswelt lenken. Von den Gefühlen beeinflusste Erinnerungen werden als leuchtende Kugeln erst in der Kommandozentrale gespeichert und nach dem schlafen gehen dann ins Langzeitgedächtnis eingelagert.

Bei einem Unfall gelangen die Fröhlichkeit und der Kummer aus Versehen ins Langzeitgedächtnis und müssen zusehen, wie Rileys Gefühlswelt, gesteuert von nur noch Wut, Ekel und Angst, entgleist. Zudem sind mit ihrem unfreiwilligen Transport Rileys Kernerinnerungen mit abgerutscht und nun kann Riley sich nicht mehr an die fünf schönsten Dinge ihrer Kindheit erinnern. Nicht gut! Gemeinsam mit zahlreichen Helfern kämpfen die Fröhlichkeit und der Kummer sich zurück in die Kommandozentrale und müssen dabei ganz schön schwierige Hindernisse überwinden und lernen sehr viel über sich selbst.

Mehr will ich an dieser Stelle gar nicht verraten, das würde ja sonst alles versauen. 🙂

Selten war ich von einem Film so begeistert, wie von diesem. Entweder saß ich mucksmäuschenstill da, die Hand in der Popcorn-Tüte festgefroren und den Tränen nahe (und mit mir der ganze Kinosaal) oder mir liefen die Glückstränen vor Lachen über das Gesicht.

In vielen Rezensionen habe ich gelesen, dass der Film vor allem für Eltern sei, die die Gefühlswelt ihrer Kinder besser verstehen wollen. Ich glaube nicht, dass man das nur auf eine solche Zielgruppe beschränken sollte. Denn nicht nur Kinder haben Emotionen, oder?

Wenigstens habe ich den großen roten Knopf mit der Aufschrift „Pubertät“ schon hinter mir. *hust*

Anschaupflicht!

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1 Kommentar auf "Keine Bücherliebe, dafür ein Film"

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Anny Page
Gast

Hahahaha auf jeden Fall….ist total meins…also Kinderfilme…die Vorschau ist schon sehr interessant…ja die Werbung hat mich begeistert…..

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