Kuschle dich mal selbst

Kuschle dich mal selbst

Dass es bei Unzufriedenheit viel bringt, erst einmal die richtigen Fragen zu stellen, haben wir ja schon einmal gehabt. Das ist ein guter Start um die Herkunft der Unzufriedenheit festzustellen und etwas zu ändern. Und das braucht Zeit. Nun bemerken wir unsere Unzufriedenheit erfahrungsgemäß meisten erst dann, wenn das Feuer schon auf dem Dach ist. Dann muss eine schnelle Übergangslösung her.

Angesichts einer drohenden Sinnkrise ist es auch einmal in Ordnung, sich vor allem um sich selbst zu kümmern. Das entschied ich gemeinsam mit einer Freundin, die ihren Beziehungsstress und ihre Job-Unzufriedenheit nicht mehr bewältigen konnte. Wir entschieden uns als Übergangslösung für eine bewusste Portion Selbstliebe. Jeden Tag sollte sie eine schöne Sache nur für sich tun und mir dann per WhatsApp davon berichten. Ein Stückchen Kuchen, eine warm Wanna mit extra viel Lavendelzusatz, neue Laufschuhe und so weiter. Und ihr ging es gut damit. Und ich spürte sowas wie Neid.

„Was habe ich heute gutes für mich getan?“, fragte ich mich und mein Bauch antwortete „Gar nichts!“ und ich konnte spüren, wie er bedauernd den Kopf schüttelte. Verzweifelt warf ich einen Blick zum #MiracleMovement, die Dokumentation der kleinen Freuden. Da müsste doch… also… Mmpf, nööööö, och, nöööö!

So ganz konnte das doch nicht stimmen, oder? Gar nichts? Nein, tatsächlich gar nichts. Ziemlich regelmäßig gar nichts. Uff.

Seit Anfang des Jahres bin ich in konstanter Arbeitswut. Zuerst von 07.30 bis 18.00 Uhr an den Schreibtisch in der Werkstatt. Von der Arbeit nach Hause kommen um 18.30 Uhr, kurz essen, nicht, dass das was Anständiges wäre, dann um 19 Uhr wieder an den Laptop, Nachrichten beantworten, lesen, lernen, schreiben. Ein kurzer Schnack mit dem Männchen, dann „schnell“ auf die Matte oder das Kissen. Kurze Auszeit, die ich mir irgendwann auch nur noch unregelmäßig erlaubte. Ja, alles Dinge die ich gerne mache und mir ausgesucht habe und trotzdem: Kann ich gut zu anderen sein, wenn ich nicht mal gut zu mir bin?

Mein kleines Tief am Montag war dann wie ein Weckruf: Wenn ich es nicht mehr schaffe, Energie aus den Wurzeln meines Selbst zu ziehen, sondern mich auf äußere Umstände verlassen muss, dann läuft da etwas gravierend schief!

Deswegen habe ich jetzt ein neues Mantra: KUSCHLE DICH MAL SELBST!

Jeden Tag eine Sache überlegen, die nur dafür da ist, dass es einem selbst gut geht. Eine viertel Stunde einfach nur sitzen und nichts tun, ein Saunabesuch, ein ganzer Abend auf dem Sofa mit einem guten Buch oder einer Serie nach der Anderen zur Berieselung. Dazu ein Glas Rotwein. Denn: Liebe gibt es nicht nur für Andere, sondern sie schließt immer auch dich selbst ein! 

Ich werde jetzt gleich ein langes Bad nehmen, mein Buch, welches seit zwei Monaten zur Hälfte gelesen auf dem Nachttisch liegt, endlich mal weiter lesen und mir dabei ohne schlechtes Gewissen eine Packung Gummibärchen genehmigen. Und du?

Schreibt mir, was ihr für euch selbst tut. Bewusst und mit voller Absicht. Einfach, weil das geil ist!

Leuchte hell und liebe umfassend,

Luisa

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3 Kommentare auf "Kuschle dich mal selbst"

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nomind123
Gast

Zeit für sich SELBST muss sein:-) Wir sind nicht geboren, um zu arbeiten sondern um zu gedeihen und zu erblühen:-)

Kruemelkeks
Gast

Leider vergißt man das viel zu schnell, weil die Gesellschaft einem etwas Anderes zeigt. Dabei sollte man öfter an sich denken

stephanie
Gast

Es ist ein echtes Phänomen, wie unglaublich schnell wir uns selber vergessen. Kaum daran gedacht, dass wir uns doch eigentlich jetzt etwas Gutes tun könnten, sind wir… Zack…schon wieder mitten im Alltagschaos und alles andere als bei uns. Kuschle dich mal selbst, verstehe ich ganz wortwörtlich. Es tut echt gut, sich selbst mal in den Arm zu nehmen.

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