Normalität

 

So eine Renovierung ist erst einmal abenteuerlich. Alles frisch, alles neu, alles wunderbar.

Bis man Mitte der Woche bemerkt, dass die Energie und die Motivation deutlich nachlassen. Wenn es denn schon fertig wäre….

Nachdem wir uns sieben Jahre lang geweigert haben, auch nur das Nötigste an der Wohnung zu machen („Wir ziehen eh bald um!“), hat es uns jetzt natürlich umso härter getroffen. 180 Euro für einen Kübel Farbe mit 15 Litern drin, das kam uns erst einmal heftig vor. Aber nicht auszudenken, wie oft wie mit einer billigen Farbe hätten streichen müssen – so waren es nun doch „nur“ zwei Mal.

Früher bin ich auch gerne in große schwedische Möbelhäuser gefahren. Da gab es immer was zu finden und ich aus geplanten hundert Euro, wurden ganz schnell fünfhundert. Besonders die Etage mit den „Kleinigkeiten“ die man „halt so brauchen kann“, hat mir immer wieder das Genick gebrochen.

Diesmal wussten wir ganz genau, was wir wollen, und sind stur an allem anderen vorbei gestochen. Ich sortiere nicht unzählige Gläser aus, um mir dann Neue zu kaufen…. Wir brauchten Schränke fürs Wohnzimmer und ein großes Regal für die Küchenecke. Und nochmal eine andere Variante für die Garderobe. Faszinierend, dass man zu Türchen für Schränke nun auch schon die Scharniere extra kaufen muss… Naja.

Nach viel Diskussion, welche Regelböden es denn nun werden sollen, beschlossen wir, dass es im deutschen Fernsehen unbedingt mal eine Doku braucht, über Paare, die lange Jahre friedlich beinander sind und im schwedischen Möbelhaus dann kurz vor der Trennung stehen. Er will Holz, ich pflegeleichtes Metall. Wir haben Metall. Selbstverständlich nur wegen meiner plausiblen Argumentation.

Letztlich hat uns der Ausflug trotz guter Vorbereitung über das Netz doch noch vier Stunden und noch mehr Nerven gekostet. Vor allem die Autobahnfahrt war nervlich kaum auszuhalten. Gibt es im schwedischen Möbelhaus nun auch schon den Führerschein? „Knallt“ heißt der vermutlich. Und am Donnerstag fahren wir gleich nochmal hin, weil natürlich haben wir die Hälfte vergessen oder falsch gekauft.

Nun steht aber soweit als möglich alles und es müssen nur noch einige Bilder an die Wand, mein feeling Aroma-Schnüffelkalender und dann sind wir so gut wie fertig. Gott sei Dank.

Das Sehnen nach Normalität ist groß, haben wir doch die ganze letzte Woche mehr geschuftet, als wie sonst das ganze Jahr über machen. Vom Urlaub darf dann auch gerne doch noch was zu spüren sein, auch, wenn ich heute schon wieder kurz in der Arbeit war. Ich gestehe, es tat gut, meine Werkstattherren zu sehen, sind es doch mal wieder andere Gesichter. Der Mann und ich stehen gegenseitig wohl kurz vor dem Lagerkoller.

Morgen geht es dann noch zur jährlichen Visitation nach München. Der Mann will mit dem Auto fahren (whuuut? Schon wieder Autobahn UND München???) und ich mit dem Zug. Diesmal hat er gewonnen. Ich habe fest vor, mir eine Schlafmaske mitzunehmen und die während der Fahrt aufzusetzen. Dann muss ich mich nicht so aufregen und der mögliche Tod ereilt mich wenigstens plötzlich.

Am Mittwoch hat dann erst der Mann Geburtstag. Wir planen, nichts zu tun, außer Kuchen zu essen. Wer Sackfest hat (eheehehehehe, 30!!), der darf nicht mehr so viel arbeiten.

Am Donnerstag geht es wieder zum schwedischen Möbelhaus. Ich freue mich aufs Frühstück. Zwei Stunden sind eingeplant und uns graust es beiden so, dass wir das wohl auch einhalten werden.

Und am Freitag… Ja, am Freitag. Keine Ahnung. Auf den Geburtstag sollte man sich ja eigentlich freuen, nur funktioniert das dieses Jahr noch nicht so wirklich. Es wird wohl auf Kaffee trinken bei meinen Eltern hinaus laufen und ich überlege, ob ich irgendwie noch eine Bogenstunde gebucht bekomme. Am vergangenen Samstag habe ich mir, sozusagen als verfrühtes Geschenk an mich selbst, eine neue Pfeilauflage und Dämpferpuschel für die Sehne gegönnt. Die will ich jetzt unbedingt ausprobieren.

Egal, Donnerstag gibt es hier jedenfalls wieder einen normalen Post. 🙂 Und nächste Woche? Da bin ich auch offiziell im Werkstattdienst und mein Kopf ist hoffentlich wieder am rechten Fleck. Nachdem alle meine Blogpläne für diese zwei Wochen gepflegt für den Boppes waren und meine ganzen anderen Deadlines am Freitag auslaufen, ohne, dass ich mit irgendwas groß fertig wäre, habe ich beschlossen imaginäres Konfetti zu werfen und mich wieder dahinter zu klemmen, wenn mein Kopf frei ist.

Meine neue (wenn auch drastisch verkleinerte) Machtzentrale wartet auf Einweihung!

xoxo

Küchen

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16 Kommentare auf "Normalität"

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Beat Company
Gast

Glück der kleinen Dinge
Gast

Glückwunsch!!! Ihr seid sooooo tapfer. Erfreut euch am erschufteten Ergebnis!

waehlefreude
Gast

Tja, da wird man schnell zum „Elch“. 😉 „Schraubst Du noch, oder wohnst Du schon?“ 😉

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