Tanz in den Herbst

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Ist es wirklich schon wieder Oktober? Meine kalten Füße sagen „JAAA!“ und ich spüre eindeutig, wie mein Körper anfängt, sich auf Winterschlaf vorzubereiten den er nicht bekommen wird. Sei es nun wegen fehlendem Vitamin D oder Serotonin – das Ergebnis bleibt das Gleiche: der Herbstblues hängt mir schon auf der Schulter und die Depression reibt sich voller Vorfreude die Hände, mehr denn je bereit, mich aus meinem fröhlichen Sommergewackel und internem „lalala“ in mein ganz persönliches Loch zu reißen.

Depression geht nicht einfach weg, nur weil dein Therapeut sagt, du seist jetzt wieder gesund. Sie ist immer da, eigentlich in jedem von uns, und die Ausprägung hängt vor allem davon ab, wie man damit umgeht und das man darauf aufpasst, dass die Hirnchemie nicht Cha Cha Cha tanzt und dann auf die Nase fällt. Sonst wird aus einem schlechten Tag schnell eine schlechte Woche und daraus dann der Absturz, der dann richtig Kraft kostet.

Deswegen ist es jetzt so wichtig, nicht aus Versehen in den Teufelskreis aus Müdigkeit und Abschottung zu geraten. Die kurzen Tage und die überwiegend langärmelige Kleidung machen es unserem Körper ohnehin schwer, ausreichend Vitamin D zu bilden (denn es wird in der Haut produziert), dazu noch die meiste Zeit unter künstlichem Licht (was für Vit D gar nichts bringt) am Arbeitsplatz und schon haben wir eine natürliche Schieflage, an der sich so erst mal wenig ändern lässt. Jetzt der folgenden Müdigkeit nachzugeben und sich so schnell und lange wie möglich in die warmen Federn kuscheln kann erst einmal helfen, sollte aber nicht zur Regel werden. Lieber raus an die frische Luft, Sonne ins Gesicht und die restliche Wärme aufsaugen. Das macht Vitamin D und glücklich.

Wer jetzt noch den faulen Schweinehund besiegt und es schafft ein wenig Sport zu treiben (jetzt ist es nicht mehr zu warm zum laufen) der tut noch etwas für seine Endorphine und das Erfolgszentrum im Gehirn. Wenn ich so drüber nachdenke, gibt es wenige Momente in denen ich mich so viel zufriedener fühle, als nach einer Runde Joggen, Fitnesscenter oder Tanzen. Ein bisschen erschöpft (okay, beim Joggen auch mit sehr viel shin-splint Schmerzen), aber stolz wie Oskar! YAY!

In diesem Moment läuft unsere Zentrale auf Hochtouren und produziert lauter tolle Sachen, wie Adrenalin, Dopamin und Serotonin. Sport ist das legalste High, das es gibt. Wer solche fancy Sachen wie Paartanz ausprobiert, der schlägt einen Haufen Fliegen mit einer Klappe: Musik, die auf unsere Emotionen wirkt, sozialer Kontakt und körperliche Nähe, die Depressionsdämpfer Nummer eins und körperliche Betätigung für einen ordentlichen Hormonrausch. Und wisst ihr was? Es macht Spaß!

Was sagt uns das also? Nicht bedröppelt auf dem Bobbes sitzen bleiben! Wichtig!

Vergessen wir bei der ganzen Sache aber nicht die geistige Seite: Seelenpflege. Manchmal hat man einfach einen Aussetzer und mag partout nichts gegen den Blues machen, sondern auch mal ergeben die Arme von sich strecken und vor sich hin blubbern. Kack-Tage gehören dazu und sich das nicht einzugestehen, das wäre nicht nur sehr dumm, sondern auch sehr gefährlich. Kennt ihr die Phrase „gegen Windmühlen kämpfen?“, denn genau davon sprechen wir hier. Man kann auch seine ganze Energie verpulvern und am Ende genau deswegen ausgebrannt dasitzen.

Mal die Flügel strecken und einfach aufgeben. Manchmal sitze ich an einem dieser Tage im Büro und lege einfach den Kopf auf den Tisch und lasse Arme und Seele ergeben baumeln. Wer solches Glück hat wie ich, der hat Kollegen, die einem dann den Rücken streicheln, den Nacken massieren und Kaffee bringen. Aber auch ohne solche Kollegen tut es schon gut, sich einfach mal hängen zu lassen um Kräfte zu konzentrieren.

Genauso kann es helfen, sich mal mit Absicht richtig zu verwöhnen. Warm Wanna mit einem schönen Badezusatz, heiße Schokolade, Flüschedecke und ein guter Film oder ein gutes Buch, wo man die Außenwelt mal ganz ausblenden kann. Auch eine extra lange Meditation kann gut tun und den überladenen Geist klären. Alles was an Gepäck auf den Schultern nicht wirklich notwendig ist, kann man da abladen. Im Zweifel einfach schlafen gehen, sich dick einmummeln und mit einem neuen Tag gleichzeitig seelisch einen Reset einläuten, sich aber nicht durch den Alltag wieder runter ziehen lassen. Awesome!

Grundsätzlich und von Haus aus darf und sollte man natürlich schon wählerisch sein, mit seinen Aufgaben und Zusagen. Seinen eigenen Seelenplan sollte man doch wohl langfristig positiv ausrichten und planen. Deshalb:

Verpflichte dich nur zu Dingen, die dir gut tun und dich vor Energie von innen heraus leuchten lassen. Adjust accordingly when necessary.

Mit allem anderen wirst du dich über kurz oder lang selbst zerstören und das brauchen wir wirklich nicht, oder? Wähle deine Verpflichtungen so, dass du von ihnen persönlich profitierst (daran ist nichts Verkehrtes). So verringert sich die Gefahr von Energievampiren, die uns tagtäglich saft- und kraftlos zurücklassen. Nur wer ein gesundes Fundament aus persönlicher Zufriedenheit und Glück hat, der kann sich darauf verlassen, in schlechten Zeiten nicht so tief zu fallen.

Ich wünsche euch einen schönen Herbst, mit leuchtenden Farben, goldenem Licht, einer leuchtenden Seele, Freude, viel Energie und ganz viel Liebe!! <3

xoxo

Lu

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6 Kommentare auf "Tanz in den Herbst"

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Sortiert nach:   neuste | älteste | beste Bewertung
Anny Page
Gast

Das hast du sehr sehr gut getroffen…ein Tolles Statement!!!👄

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[…] Quelle: Tanz in den Herbst […]

Glück der kleinen Dinge
Gast

Lass uns den Spätsommer bzw. den goldenen Herbst genießen!!!! 🙂 Dein Beitrag liefert viele tolle Ideen dafür. Danke! 🙂 Auf zum nächsten Glücksmoment… 😉

trackback

[…] was zu mäkeln habe. Im Sommer ist es mir viel zu warm, im Herbst schon wieder viel zu kalt (siehe hier), Winter geht echt einfach gar nicht und der Frühling ist so verregnet. Aber lieber erstunken als […]

stephanie
Gast

Das wünsch ich dir auch:):)………..

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