That sugar book von Damon Gameau

 

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Oh, well…..

That sugar book von Damon Gameau versprach schon von der Optik her ein Hammer zu werden und der Inhalt war noch viel besser, wenn er auch deutlich auf mein schlechtes Gewissen drückt.

sugar book

Um was geht es?

Schauspieler und Jungregisseur Damon hat seit drei Jahren keinen Zucker mehr zu sich genommen. Nun wagt er ein Experiment: 60 Tage lang jeden Tag 40 Teelöffel Zucker – das ist so viel, wie der durchschnittliche Australier täglich zu sich nimmt. Die Krux: der Zucker darf nur aus sogenannten „versteckten“ Zuckern bestehen und er muss sich von augenscheinlich gesunden Lebensmitteln ernähren. Müsli, spezielle Cornflakes für Sportler, Joghurt, solche Geschichten. Kein Fett – dafür Zucker.

Die Ergebnisse?

Meiner Meinung nach verblüffend, erschütternd und empörend.

Rund um sein Experiment beginnt David damit die Beziehung der Nahrungsmittelindustrie zum Zucker zu recherchieren und trifft sich dafür mit allerhand interessanten Experten, aber auch mit völlig „normalen“ Personen, die in einem speziellen Zusammenhang zu Zucker stehen. Ein Zahnarzt etwa, der im Hinterland mit zwei zu Praxen umgebauten Wohnmobilen Kinder behandelt, die am „Mountain Dew Mouth“ leiden – völlig zerstörte kariöse Zähne, weil sie bereits im Kleinkindalter Mountain Dew zu trinken bekamen und abhängig wurden.

Ist unsere Sucht nach Zucker eine Krankheit? Wer in der Nahrungsmittelindustrie von „Sucht“ spricht, verscherzt es sich sofort. Darunter offenbar auch die WHO, die massiv von der American Sugar Association bedroht wurde. What?

Es ist faszinierend zu sehen, wie sehr die Welt vom Zucker abhängig geworden ist. Vermeintlich durch die Hypothese, das Fett wäre für den Anstieg an Herzinfarkten verantwortlich, ist es doch eigentlich der Zucker und die daraus resultierende Zusetzung der Arterien, die für den Kollaps sorgen.

Das Buch ist unglaublich toll. Bunt, informativ, mit Humor geschrieben, eben ganz mein Ding. Noch habe ich den Film nicht gesehen, denke aber, dass der auch gut gemacht sein dürfte. David ist ja eigentlich eher Filmer, als Autor. 🙂 Auch einen tollen Blog gibt es auf der offiziellen Seite, wo regelmäßig aktuelle Infos, Rezepte und solche Dinge veröffentlicht werden.

Die erste Reaktion wenn man das Buch sieht?

„ICH DOCH NICHT! ICH ESSE NICHT SO VIEL ZUCKER!“

Auf Seite 7 stand der Schokodrink vom Mann. 17,5 Stück Würfelzucker auf 500 ml. Die trinkt er an einem Abend. „Mit viel gesunder Milch!“, heißt es immer. Ja, schon klar. Automatisch fingen wir an weiter zu rechnen. 3 g Zucker = ein Würfelzucker. Kalter Kaffee? Nicht gut. Schoki = gar nicht gut! Joghurt, irgendwie am Allerschlimmsten. Und mein Todesstoß?

SMOOTHIES!

Wenn ich zum Sport gehe, dann gibt es statt etwas zu essen einen Smoothie davor, weil der damit mein Abendbrot ersetzt und gut Energie gibt. Auch der Sohn einer Bekannten macht sich selbst zwei geladene Smoothies am Tag. Und wundert sich, warum er immer weiter in die Breite wächst.

Das Stichwort hier lautet natürlich BALLASTSTOFFE! Während in einen Smoothie locker flockig zwei Bananen kommen, damit die Konsistenz schön cremig wird, würde ich es nie schaffen, zwei Bananen hintereinander zu essen. Aber im Smoothie geht das mit einem Glas runter wie Öl. Das Gleiche mit Trauben bzw. Rosinen. Studentenfutter? Count me in! So eine 250 g Packung vernichte ich in zwei Stunden, gar kein Problem. Je mehr Rosinen, desto besser (aber wehe, sie sind warm *örgs*). So schaffe ich es, in zwei Stunden ca. 90 Rosinen zu essen. Schaffe ich es, in zwei Stunden 90 Trauben zu essen? Niemals, vorher platze ich!

Trauben und Bananen sind gesund, ja. Aber sie sind auch Zuckerbomben und unter diätischen Gesichtspunkten eher suboptimal. Vor allem, wenn sie püriert sind.

Ballaststoffe eben. Wenig Ballaststoffe = wenig Sättigungsgefühl. Und somit auch mehr Zucker in der gleichen Zeit. Aber drauf gekommen bin ich nur durch das Buch.

Natürlich ist dieses Zucker Buch schon wieder irgendwo in einem Stapel verschwunden. Aus Gründen. Das schlechte Gewissen drückt schon heftig, wenn man darüber nachdenkt, was man da so alles zu sich nimmt und sich einredet, das wäre super gesund. Andererseits macht es wütend, dass man sich mit solchem Mist abfüllen lassen muss und dafür teures Geld bezahlt. Natürlich kann man das umgehen, indem man frisch, unverarbeitet und lokal einkauft. Natürlich zwingt einen keiner dazu.

Aber sollte nicht frisch, unverarbeitet und natürlich gesund die Norm statt der Ausnahme sein?

xoxo

Lüchen

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4 Kommentare auf "That sugar book von Damon Gameau"

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Anny Page
Gast
Da ich vor kurzem Komplett auf Zucker verzichten sollte (industrieller!!!! plus Weizenmehl….)…oh mein Gott kann ich dir sagen!Sogar in Sidney Bohnen ist Zucker! Die im Glas von Alnatura haben keinen…..bitte was? Ich hab vor so vielen Regalen gestanden! Manchmal stand auf der Nudelpackung Roggen und drin war Weizen….und in Wurstprodukten Traubenzucker,…..so oft wie ich da meinen Kopf geschüttelt habe,…kannste aber glauben….zum größten Teil verbannen wir Weizenmehl…mein Männel und ich…und so gut es geht auf Plastik (genauso schlimm wie Zucker meiner Meinung nach, würg!)….Das Buch ist bestimmt was für mich bzw. der Film….Und deine letzte Frage beantworte ich dir so: JAAAAA… Read more »
Ilaina
Gast

Ja, wenn man sich ausgewogen ernähren will, wirds im Supermarktregal echt schwer. Nix gegen natürlich vorkommenden Zucker und Kohlenhydrate, aber was bitte suchen Gerstenmalz und Sirup im Körnerbrot? Oder zusätzlicher Zucker im Müsli? Die Madam isst, ebenso wie ich, gern Cornflakes zum Frühstück. Nu find mal welche OHNE Zuckergedöns. Bisher eine Sorte gefunden. Und die kriegste nich überall. Aber sich wundern, warum bestimmte Krankheiten so um sich greifen.

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