The (not so) dynamic duo

Tina ist seit einer Woche hier. <3

Am Freitag war es soweit: Wir konnten Tina abholen. Es war das reinste Chaos und eine stressigere Autofahrt hatten wir wohl noch nie. Lasst uns buchstabieren: Ü-B-E-R-F-O-R-D-E-R-T. Und vielleicht G-E-N-E-R-V-T.

Es war ein einziges Drama, von Anfang bis zum Schluss. Und dazu nicht mal planmäßig, sondern Improvisationstheater vom Feinsten, weil sich der Transporteur als recht unzuverlässig erwies, sich an (perfekte!) abgesprochene Pläne zu halten, diese in allerletzter Sekunde nach eigenem Belieben änderte (warum willst du dich dann absprechen, du Pfosten?!) und uns so ins komplette Chaos stürzte. Das wäre aber ggf. eine Geschichte für sich und letztlich ist immerhin alles gut gegangen…

Als wir Zuhause waren, da legte sich Tina sofort in ihr neues Bettchen und ich saß erst mal am Küchentisch und heulte wie ein Schloßhund, nur weil meine Nerven schon lange nicht mehr derart gefleddert worden waren. In aller Regel wäre mir egal was passiert, wie es passiert, solange ich irgendwann am Ende des Tages einigermaßen Heil aus einer Aktion wieder herauskomme – aber diesmal ging es um mehr als nur mein allgemeines Wohlbefinden, sondern um TINA, was mich zum kochen bringt, wenn ich nur daran denke.

Sie war einige Tage noch sehr traurig, hat Valia und ihre Hundegang vermisst. Wollte nicht ordentlich fressen, schlief viel und war sehr vorsichtig. Dank einem Bekannten aus der Werkstatt bekam ich die ULTIMATIVEN Leckerli vom Metzger und seitdem geht es ganz stark aufwärts. Bei Hunden geht wohl nicht nur die Liebe, sondern auch das Vertrauen durch den Magen. Jedenfalls ist Tina wie ausgewechselt, frisst wie ein Scheunendrescher (800 g sind in fünf Minuten eingeatmet, immer früh und abends), ist aufmerksam, anhänglich, tiefenentspannt und wir haben jeden Abend eine ordentliche Kuschelstunde mit Hundemassage (ihr Hundefreunde, googelt doch mal TTouch. Tina lieeeebt das und erst recht, wenn man dazu singt und summt).

In der Nachbarschaft wohnt ein Mädchen, die wir gleich bei unserem ersten Spaziergang kennen gelernt haben. Sie hat sich sofort in Tina verliebt und Tina in sie. Jedes Mal, wenn wir an der Haustür vorbei laufen, bleibt Tina stehen und sieht nach, ob sie vielleicht raus kommt. Heute morgen haben wir sie getroffen, als wir vom Spaziergang zurück kamen und Tina hat das erste Mal bei einer „fremden“ Person mit der Rute gewedelt und sich sehr gefreut, als sie richtig abgeknutscht wurde. Ich war den Tränen nahe, als ich den beiden zugesehen habe.

Hunde müssen nicht nur eine Funktion haben, die wir ihnen zuteilen. Sie mögen uns gerne unterstützen, aber diese Partnerschaft sollte immer auf gleicher Augenhöhe ablaufen. Man muss sie nicht in seinem Bett mit haben wollen, man muss sie nicht einmal nach Strich und Faden verwöhnen und verziehen (so wie ich), aber es sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, dass sie in Liebe und Freude leben und nicht in Angst vor allem, was zwei Beine hat und dann quasi entsorgt werden, wenn sie alt werden.

Ganz genau kenne ich Tinas Vergangenheit nicht. Sie hat keine Ohren und keinen Schwanz (Zentralasiatische Owtscharkas haben das saudumme Rassemerkmal des kupierten Schwanzes. Zum kotzen.). Ihr Blick war traurig, als Valia sie fand, wurde mit Valia und der Gang glücklich, wurde traurig, als sie hierher kam und wird langsam wieder glücklich. Zwar bin ich noch oft überfordert und sie kommandiert eher mich, als anders herum, aber bald gehen wir zur Hundeschule (die eigentlich eher Menschenschule heißen sollte, weil das Problem hängt doch eher hinten an der Leine, nicht vorne) und jeden Tag lerne ich mehr, wie ich mit Liebe und Respekt auch von ihr fordern kann. Die Tage sind jedenfalls ausgefüllt, um neun Uhr Abends liege ich wie erschlagen im Bett, Tina auf ihrer Kuscheldecke davor und wir beide schnarchen innerhalb von Minuten im Chor (und sie kann laut schnarchen…).

Es ist großartig.

Tina und ihre Pflegetante in Griechenland

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1 Kommentar auf "The (not so) dynamic duo"

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Ilaina
Gast

So ein wunderschönes Tier. Man sieht ihr den lieben und herzlichen Charakter an, zum Verlieben. Hundeschule ist eine super Idee. Nicht nur zum Lernen für den Menschen, sondern auch die Kontakte für Mensch und Hund, die sich ergeben können. Wenn wir mehr Platz hätten, ich glaube, dann würde hier auch irgendwann ein Hund einziehen.

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