Unbewusste Aktzeptanz, oder, mit welchem Scheiss du dich einfach abfindest

Unbewusste

Wir tun es für die „Liebe“, wir tun es für die Spiritualität, wir tun es, um unsere verbeulten Heiligenscheine ein bisschen aufzupolieren. Wir tun es, weil Beziehungsratgeber es uns sagen. Wir tun es, um gut dazustehen.

Wir… akzeptieren.

Ihr wisst, wenn es um Liebe geht, bin ich sofort dabei. Die grenzenlose, ungezügelte Art. Die reine, helle Liebe, die alles in verzückte Klarheit schmelzen lässt. Das. Und… ich will lieben. Mit offenen Augen. Offene Augen für für meinen Selbstwert, offene Augen für mein Rückgrat, offene Augen für das was ich verdient habe.

Ich akzeptiere also wesentlich weniger von fast allem… viel weniger. Wenn ich dadurch intolerant wirke, dann liegt das daran, dass es wohl nach gesellschaftlich akzeptierter Meinung so ist. Ich spreche oft von einer generellen Zuneigung allem gegenüber, was ist. Ob nun Mensch oder Tier, da mache ich keine Ausnahme. Sie haben Zuneigung und Liebe verdient, einfach weil sie sind (und in Ausnahmefällen eine ordentliche Kopfnuss gleich danach, wenn ich an solche denke, die es für in Ordnung halten, anderen zu schaden). Diese Zuneigung bedeutet, dass ich deren Grenzen respektiere, egal, wie sehr sie mir suspekt vorkommen mögen. Sie bedeutet nicht, dass ich Tür und Tor öffne, damit man auf meinen Grenzen herumtrampeln kann.

Überlegen wir mal:

Was akzeptierst du im Moment, weil es erwartet wird, oder der einfachere Weg? Ehtik, Harmonie, echte Liebe – so heilig und erstrebenswert. So viel Gutes kann in die Kategorie „gesunde Akzeptanz“ gehen. Aber… Was auf deiner „Toleranzliste“ tut etwas Gutes für dein Leben vs. was zieht dich wirklich runter? Welche Dinge die du akzeptierst erweitern wirklich dein Bewusstsein und erfüllen dich mit Liebe vs. was macht dich heimlich unzufrieden? Wann fühlst du einen Rausch von Freiheit und Glück, weil du jemanden so akzeptierst, wie er eben ist und wann fühlst du dich abgestumpft?

Liebe ist eine großartige komplexe Angelegenheit und die Dinge sind nicht immer so schwarz oder weiß wie hier dargestellt. Aber manchmal ist es doch so, oder?

Es gab bei mir in der Werkstatt erst vor gut einem Jahr einen Eklat, als ich mit einem Kunden aneinander geriet. Er hatte einen rassistischen Witz über einen meiner Kollegen gemacht, weil der ein Flüchtling aus Palästina war. Unser Mann konnte kaum ein Wort deutsch und wir verständigten uns während der Arbeit und der Mittagspause mit Händen und Füßen, was seinen Fähigkeiten als Motorenschlosser aber keinen Abbruch tat. Ganz im Gegenteil: einen Motor instand setzen, ohne vorherige Berufsausbildung, das traue ich den Allerwenigsten zu. Jedenfalls machte dieser Kunde einen Witz über unseren Kollegen, der etwas mit Ziegen, deren Intelligenzquotienten als Vergleichsbasis und sexuell fragwürdigen Praktiken mit eben diesen Ziegen zu tun hatte und mir platze quasi die Ventildeckeldichtung und ich bat den Kunden darum, unsere Geschäftsräume zu verlassen und nie wieder zu kommen.

Dieser Witz? Nicht akzeptabel.

Hier ist das spirituelle Fazit des Tages. Ausnahmsweise mal in Englisch, weil so viel treffender:

Take less shit.

Du willst ethisch korrekt, liebend und harmonisch sein? Liebe dich selbst und liebe deine Werte. Ehre dein Herz. Verändere die Welt, indem du in jedem Fall deine eigenen Ideale respektierst und vertrittst.

Wie sieht es mit euren Werten aus? Was geht gar nicht?

Shine brighter than ever!

xoxo

Luisa

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3 Kommentare auf "Unbewusste Aktzeptanz, oder, mit welchem Scheiss du dich einfach abfindest"

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Glück der kleinen Dinge
Gast
Ein wertvoller Denkanstoß von dir, danke! Auch ich bin meist wie ich bin und damit das Komplettpaket mit allem Guten und vielleicht auch weniger Guten, wofür ich stehe und doch gerät man häufig in einen Abschleifstrudel, der gern mit dem verharmlosenden Wort „Kompromisse“ umschrieben wird. Gefährlich wird es vor allem dann, wenn es an die eigenen Werte- und Idealvorstellungen geht und es nicht nur ein Kompromiss ist, sondern sich schleichend, mehr oder weniger (un)auffällig in einen faulen verwandelt. Sicher kann nur jeder selbst seine eigenen Grenzen bestimmen, aber genau die sollten wir in der Tat häufiger für uns ausloten, bevor… Read more »
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